Dieser Blog zeigt den Entstehungsprozess eines Buches für Handstrickanleitungen.

Alle Strickmodelle sind mit einer- beim Deutschen Patentamt geschützten- nahtlosen Schnitttechnik entworfen.


This blog shows the process of creating a book for hand knitting patterns.

All knitted clothes are designed by the seamless pattern system, protected at the German Patent Office.

Mittwoch, 9. November 2016

Meine Strickmethode°1: Maschenprobe

Die neueste Rubrik auf meinem Blog 
heisst "Meine Strickenmethode".

Ich werde in unregelmässigen Abständen 
unterschiedliche strickrelevante Themen vorstellen, die
ich ganz anders umsetze, als das was man als gewohnt kennt - 
eben nach meiner ganz persönlichen Methode.

Es soll zum Nachdenken anregen und aufzeigen, dass das was man 
irgendwann einmal gelernt hat und es schon immer so gemacht hat, 
nicht der bessere bzw. richtige Weg sein muss.

__________________


Eines der Dinge, die ich bislang noch nie logisch fand 
(und es auch wohl auch niemals finden werde!),
ist die Berechnung der Maschenprobe.


Maschenprobe in kraus rechts und glatt rechts


Als erstes muss natürlich auch ich sagen: 
eine Maschenprobe ist extrem wichtig und sollte nicht ausser 
Acht gelassen werden. Je genauer man eine Maschenprobe erstellt, 
desto exakter ist dann auch das fertige Strickstück.


Die gewohnte Maschenprobe, 10cm x 10cm, 
ist für mich allerdings so nicht korrekt.

Ich zähle immer ausschliesslich die exakte Maschen- 
bzw. Reihenanzahl ab und messe dann die Strecke in cm.

Hier ein konkretes Beispiel bei kraus rechts:

Für die Berechnung der Reihen steche ich mit der Nadel in die Mitte einer Rippe ein, zähle 10R ab und steche dann mit der zweiten Nadel unter der 10.R in die Mitte der Rippe ein. Hier ergeben 10R = 3,8cm.


Für die Berechnung der Maschen steche ich mit der Nadel in die Mitte einer Masche ein, zähle 10M ab und steche in die 10.M meine zweite Nadel ein. Hier ergeben 10M = 7,7cm.

Das zweite Beispiel ist für glatt rechts:


Für die Berechnung der Reihen steche ich mit der Nadel in die Mitte einer Masche ein, zähle 10R ab und steche dann mit der zweiten Nadel in die 10.R in die Mitte der Masche ein. Hier ergeben 10R = 5,3cm

Für die Berechnung der Maschen steche ich mit der Nadel in die Mitte einer Maschenreihe ein, zähle 10M ab und steche in die 10.Maschenreihe meine zweite Nadel ein. Hier ergeben 10M = 8,1cm

Warum ich es so mache? 
Weil kein Mensch auf der Welt mit 22,3M arbeiten kann, 
wohl aber mit abgemessenen Zentimeter als Kommazahl: 
 wir können ohne jegliche Probleme 5,3cm abmessen.

Und um so genau wie möglich arbeiten zu können,
rechne ich alles auf 10M= x cm und 10R= x cm.
Und je gröber die Nadelstärke, mit der ich stricke, 
desto genauer sind die Berechnungen!

(Nachtrag: selbstverständlich berechne ich bei feinem Gestrick
nicht auf 10M bzw. 10R sondern ein Vielfaches davon: also 20, 30 u.s.w.)

Beim Grobstrick kann eine Masche auch schon 
einen ganzen Zentimeter breit sein und 
das ist doch schon eine ganze Menge, findet ihr nicht?
So wie bei diesem Modell, das ich bereits hier
hier, hier und hier präsentiert habe:


Jacke aus Andina von Lang Yarns

Ich würde sehr gerne eure Meinung dazu hören.
Findet ihr es einleuchtend, oder seid ihr weiterhin der Meinung, 
dass die Berechnung, 10 cm x 10 cm, besser ist?

Kommentare:

  1. Du hast im Blog um ein Meinungsbild gebeten. Deshalb erlaube ich mir hier zu antworten.
    Je kleiner die zu Grunde gelegte Maßeinheit ist ( 10M oder 10 R) umso größer ist der Messfehler.
    Genau das beschreibst du mit der Erkenntnis:
    [quote] Und je gröber die Nadelstärke, mit der ich stricke,
    desto genauer sind die Berechnungen![/quote]
    Bei deiner groben Strickweise ist der Messfehler wahrscheinlich zu vernachlässigen. Für Strickerinnen, die feineres Gestrick oder Maschinenstrick bevorzugen ist diese Vorgehensweise nicht zu empfehlen, zumal sie auch keinen Vorteil bei der Dreisatzumrechnung bringt.
    Wozu also auf Genauigkeit verzichten und eine miese Passform riskieren?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Anonym,

      es geht mir um die Tatsache, dass ich mit ganzen Maschen arbeite und ich in all den Jahren sehr gute Erfahrungen damit gesammelt habe.



      Schöne Grüsse
      Irina

      Löschen
  2. Liebe Irina,
    das ist sicher auch eine Methode, um eine Probe anzufertigen. Ich stricke gewöhnlich größer als 10 cm und rechne dann Maschen und Reihen aus. Sollte dabei eine krumme Zahl rauskommen, ist das kein Problem für das Berechnen eines Modells. Wenn ich dann stricke, kontrolliere ich immer wieder noch einmal, ob die Maschenprobe stimmt. Manchmal muss man während des Strickens noch einmal "nachbessern" und ich denke, je größer ein Teil ist, desto genauer wird die Rechnung.
    Liebe Grüße
    Anneli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "(Nachtrag: selbstverständlich berechne ich bei feinem Gestrick
      nicht auf 10M bzw. 10R sondern ein Vielfaches davon: also 20, 30 u.s.w.)

      UUUUps, dann kannst du ja auch gleich 10 cm nehmen wie die meisten anderen Stricker auch, das rechnet sich nämlich ohne Taschenrechner!
      Wieso sollte man bei dicken Nadeln anders rechnen als bei dünnen, oder strickst du nicht gerne große Mapros?

      Löschen
    2. Liebe Anneli,

      meine Maschenproben sind auch fast immer in einem grösseren Format. Dann zähle ich 20, 30 oder sogar 40M/R ab.
      Du hast vollkommen Recht: je grösser die Maschenprobe ist, desto exater wird das spätere Strickstück. Das gilt sowohl fürs Hand- als auch für das Maschinenstricken.

      Herzliche Grüsse
      Irina

      Löschen
    3. Lieber Anonym,

      ein etwas "netterer Ton" wäre hier angebracht. Das nächste Mal werde ich deine Kommentare einfach löschen!

      Fühlst Du dich persönlich angegriffen?

      Du hast deine Meinung und Erfahrung und ich meine…
      Schöne Grüsse
      Irina

      Löschen
  3. liebe Irina,
    du hast nach meinem Hinweis auf die Auswirkungen des Messfehlers deine Anleitung korrigiert und die Möglichkeit, mehr Maschen auszuzählen eingefügt. Schließlich hast du doch um die Meinung gebeten. Dein Argument, dass du immer mit "ganzen Maschen" strickst, zählt hier nicht, wir stricken schließlich auch nicht mit halben. Es macht keinen guten Eindruck bei einer Autorin, wenn Sie in ihrem Blog mit Löschung droht, weil ihr eine Kritik nicht gefällt. Ich hoffe, mein Ton war dir jetzt höflich genug! Wenn nicht, kannst du die Beiträge gerne löschen, ist ja schließlich dein Blog.
    Du hast deine Meinung und ich meine, wie du immer so schön sagst!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe ergänzt und nicht korrigiert. Das ist ein Unterschied.
      Und ja, jetzt ist der Ton schon um einiges netter.

      Ich habe nicht wegen deiner Kritik gedroht dein Kommentar zu löschen, sondern wegen solchen Spitzfindigikeiten wie "Uuuups".

      Es hat nichts mit Autorin oder nicht Autorin zu tun: wenn ich das Gefühl habe, dass jemand meint sich unfreundlich hier aufzuführen, wird er gelöscht.

      Schöne Grüsse
      Irina

      Löschen
  4. Deine Art der Maschenprobe, finde ich so viel geschickter. Das merke ich mir!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  5. Das freut mich, liebe Andrea!

    herzliche Grüsse
    Irina

    AntwortenLöschen